Digitale Streitschlichtung an Schulen

Digitale Streitschlichtung in Schulen

Das Peer-to-Peer System für konstruktiven Umgang mit digitalen Konflikten

Warum Digitale Streitschlichtung?

Digital ausgetragene Konflikte in der Schule sind für Erwachsene meistens unsichtbar. Es gibt keine Pausenaufsicht für Snapchat, Instagram, WhatsApp etc.. Manchmal wissen selbst die Angegriffenen nicht, was hinter ihrem Rücken geschieht. Wenn digitale Gewalt doch sichtbar wird, ist es zu oft zu spät. Digitale Streitschlichtung setzt auf frühzeitige, niedrigschwellige Mechanismen, damit Schüler*innen sich untereinander helfen und Konfliktdynamiken frühzeitig stoppen können.

Gewalt löst im digitalen Raum andere Konfliktdynamiken und Leiden aus. 80% der Schmerzen, und Gewaltwirkung liegen im Schweigen der Anderen. Das Wissen oder die Angst, dass „alle“ es gesehen und nicht widersprochen haben, lässt gerade Jugendliche und Kinder verzweifeln und spornt Angreifende weiter an. In der Digitalen Streitschlichtung arbeiten wir mit einem neu entwickelten Methodenset, das die Öffentlichkeit des digitalen Raums in die Klärung und Bearbeitung des Konflikts aktiv miteinbezieht.

Digitales Streiten lernen, braucht Praxis. Daher setzt Digitale Streitschlichtung auf ausgebildete Mitschüler*innen und ermöglicht den Jugendlichen ihre Konflikte unter sich konstruktiv auszutragen, bei gleichzeitigem Sicherheitsnetz und Roten Linien, über die im Ernstfall Erwachsene dazugeholt werden können.

Was ist Digitale Streitschlichtung:

Das Programm umfasst 5 Elemente und wird über eine bundesweite Innovationspartnerschaft begleitet:

1 Upgrade für Streitschlichtungs- und Medienscoutgruppen

Digitale Streitschlichtung baut auf bereits bestehenden Peer-to-Peer Gruppen auf. Diesen bieten wir ein Upgrade, um sie mit den Methoden der Digitalen Streitschlichtung bekannt zu machen. Je nach Ausbildungsstand der Gruppen trainieren wir Medienscouts zusätzlich im konstruktiven Umgang mit Konfliktdynamiken und Peer-Mediation während wir Streitschlichter*innen medienpädagogisch unterstützen. Bedarf und Umfang des Upgrade-Trainings ermitteln wir individuell im Vorgespräch mit der Schule. Die Schulen sollten dafür mindestens 2 Schultage einplanen.

2 Methodenset für Digitale Streitschlichtung

Nach dem Upgrade sind die Digitalen Streitschlichter*innen in der Lage:

  • Schnelle Hilfe für Angegriffene zu leisten
  • Die Konfliktsituation zu klären (Wer liest mit? Wer könnte helfen?)
  • Mitlesende und andere Beteiligte zu mobilisieren, damit der Hass aufhört.
  • Mit den Kernbeteiligten einen Neustart für konstruktiven digitalen Umgang miteinander zu vereinbaren
  • Nachzuhaken, damit Konflikte nicht einfach weiterschwelen.
  • Rote Linien zu vereinbaren, wann und wie doch Erwachsene eingeschaltet werden, wenn Gewalt und Leid zu groß sind.

3 Mobiler Hilferuf

Ein Hilferufsystem ermöglicht es, betroffenen Schüler*innen und Zuschauenden Vorfälle mit dem „Teilen“-Knopf des Smartphones direkt an die digitalen Streitschlichter*innen zu melden. Aufgrund der unterschiedlichen Kommunikationswirklichkeit an den Schulen wird das System für jede Schule individuell angepasst.

4 Digitale Zivilcourage Training & Sensibilisierung

Die ausgebildeten Digitalen Streitschlichter*innen bieten anderen Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen Trainings in digitaler Zivilcourage an, damit diese auf digitale Übergriffe angemessen reagieren können. Dazu nutzen sie den LOVE-Storm Online-Trainingsraum. Die Teilnehmenden gehen mit ihren Endgeräten live ins Netz, schlüpfen in ihre Rollen und lernen Angegriffene zu stärken, Zuschauende zu mobilisieren und den Angreifenden gewaltfrei Grenzen zu setzen. Dabei merken sie selber was funktioniert und können die selbst erarbeiteten Strategien so tief verankern, dass sie diese auch im Schock des Ernstfalls erinnern und ausprobieren können.

5 Begleitung der Schule

Während der Einführungsphase der Digitalen Streitschlichtung begleitet LOVE-Storm die Modellschulen. Wir stellen Informationen und Referent*innen für Elternabende und Konferenzen zur Verfügung, begleiten die Einführung des Hilferufs und beraten bei Krisensituationen. Die Begleitung endet üblicherweise mit dem Übergang zum neuen Schuljahr und Ausbildung der zweiten Staffel digitaler Streitschlichter*innen.

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https://youtu.be/b65UZ3Obqrk

Die Innovationspartnerschaft für digitale Streitschlichtung

Das Modellprojekt Digitale Streitschlichtung ist von bundesweitem Interesse. Zur Entwicklung, Begleitung, wissenschaftlichen Evaluation und Verbreitung der Ergebnisse des Modellprojekts arbeitet LOVE-Storm zusammen mit

  • Prävention 2.0 (Vernetzungsstelle für Medienscoutprojekte: BundesJugendKonferenz Medien & medienscoutportal.de)
  • Pädagogisches Landesinstitut Rheinland Pfalz
  • Zentrum für LehrerInnenbildung und interdisziplinäre Bildungsforschung der Universität Augsburg
  • Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung an der Universität Hildesheim
  • klicksafe (deutsches Safer Internet Center)

Im Vordergrund der Innovationspartnerschaft stehen die Komplexe:

Ein Methodenset für Peer-to-Peer Intervention in digitalen Konflikten

Digitale Konflikte sichtbar machen – Hilferuf-Systeme und Streit-Intervention in Messengergruppen

Schutz für digitale Streitschlichter*innen – Belastung und Schutzsysteme für ehrenamtliche Peers

Prävention → Intervention → Krisen-Intervention – Rolle, Übergänge und Grenzen von Peer-Intervention (Digitale Streitschlichtung) in umfassenden Schutzkonzepten gegen digitale Gewalt an Schulen.

Wie kann meine Schule mitmachen?

In der Pilotphase bis 2023 ist das Projekt Digitale Streitschlichtung begrenzt auf jährlich 10 Schulen mit bereits existierenden Peer-to-Peer Programmen, also ausgebildeten Streitschlichter*innen, Medienscouts, Digitalen Held*innen, Konfliktlots*innen etc. Interessierte Schulen mit einem entsprechenden Programm können sich ab sofort für eine Teilnahme bewerben. Der Antrag muss von der Schulleitung und den entsprechend entlasteten Betreuungslehrer*innen der Peer-to-Peer Gruppe gemeinsam gestellt werden. Nach Abschluss der Upgrade-Ausbildung kann sich dann die Schule entscheiden, ob sie das System der Digitalen Streitschlichtung an ihrer Schule einführen will.

Kosten

Die Kosten der Pilotphase sind unterschiedlich und hängen von diversen Faktoren ab. Für den Rahmenvertrag zur tiefergehenden Integration Digitaler Streitschlichtung fallen nach Abschluss der Upgrade-Ausbildung gegebenenfalls weitere Kosten an. Der Rahmenvertrag umfasst den Aufbau des Hilferufsystems, die Nutzung des Online-Trainingsraumes durch die Digitalen Streitschlichter*innen und die Begleitung der Schule bis zur Ausbildung des neuen Jahrgangs.

Gerne beraten wir Schulen bei der Beantragung unterstützender Mittel über die Präventionsprogramme der Krankenkassen oder Stiftungen. Parallel dazu bemühen wir uns auch um eine Basisförderung durch die wir die Kosten für die Pilotschulen hoffentlich signifikant senken können.

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