Democracy Chats

Fortbildung April – Chat-Konflikte moderieren

Berufsbegleitende Fortbildung: „Hass im Netz stoppen - Konflikte im Chat moderieren“ Chatgruppen haben unser Leben erobert und bereichert. Von der ...

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Berufsbegleitende Fortbildung:
„Hass im Netz stoppen - Konflikte im Chat moderieren“

Chatgruppen haben unser Leben erobert und bereichert. Von der Koordination der Vereinsfeier, über Verabredungen im Klassenchat bis hin zur politischen Selbstorganisation: Chatgruppen sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch viele sind auch genervt und beunruhigt. Verschwörungstheorien und Radikalisierung entwickeln in Chats eigene Dynamiken. Stress und Konflikte eskalieren. Menschen werden verletzt und ziehen sich aus Gruppen zurück. Gelingende Kommunikation scheint in Chatgruppen oftmals schwieriger als im persönlichen Miteinander.

Insbesondere Moderator*innen fühlen sich in Chatgruppen oft überfordert. Wie können sie in Konflikten eingreifen? Was brauchen sie, um nicht von Empörungsdynamiken überrannt zu werden? (Wie) können sie die Sicherheit für alle Beteiligten garantieren? Wie schaffen sie eine offene und gute Gesprächsatmosphäre, in der die Gruppenmitglieder auf einander achten und Hass keine Chance hat?

Im Rahmen des Innovationsfonds des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesjugendministeriums kann LOVE-Storm erstmals eine berufsbegleitende Pilotfortbildung zur Trainer*in gegen Hass in Chats anbieten.

Eine Pilotfortbildung

Die Dynamik in Gruppenchats unterscheidet sich stark von der Realität in öffentlichen Sozialen Medien. Bewährte Konzepte der digitalen Zivilcourage funktionieren hier nicht oder anders. Moderierende in Klassen- oder Vereinschats sind in der Regel viel näher dran (oder in) der Gruppe als Social Media-Teams öffentlicher Kanäle. Sie brauchen andere Skills und Voraussetzungen, um Stress im Chat eindämmen zu können. Nicht zuletzt kennen und treffen sich viele Chatteilnehmer auch im analogen Leben. All das eröffnet Chancen, aber auch Risiken, die noch weitestgehend unerforscht sind.

Im Rahmen von Democracy Chats verstehen wir uns daher vor allem als Lernende. Wir verbinden den LOVE-Storm Ansatz der digitalen Zivilcourage, mit anderen Konzepten der Moderation von Social Media Kanälen, mit Erkenntnissen der Dynamik digitaler Gruppen, Forschungen zur digitalen Kommunikation und Diskriminierungssensibilität und schauen zugleich, welche Erfahrungen und „best practices“ (jugendliche) Moderierende von Chatgruppen gemacht haben.

Auch in der Pilotfortbildung werden wir gemeinsam testen „Was funktioniert“ und Methoden und Materialien gegen Stress im Chat weiter entwickeln. Am Ende steht nicht nur ein Zertifikat für die Teilnehmenden, sondern auch ein überarbeitetes Methodenset zur Stärkung von Moderierenden gegen Hass in Chats.

Für Lehrer*innen und andere Trainer*innen:

Die Fortbildung richtet sich einerseits an erfahrene Medienpädagog*innen, die ihre pädagogische Praxis einen Schritt voran bringen und das Phänomen Hass in Chatgruppen besser verstehen wollen. Wir erwarten Neugier, aber auch ein Mindestmaß an pädagogischer Vorbildung und Praxis, sei es als Lehrer*in, Schulpädagog*in, an Hochschulen oder in der Erwachsenenbildung. Studierende sind willkommen, wenn sie entsprechende Praxis oder Fortbildungen vorweisen können.
Eine Kenntnis des LOVE-Storm-Trainingsraumes ist nicht notwendig.

Für Social Media Profis:

Die Fortbildung richtet sich andererseits an Community-Manager*innen und andere Praktiker*innen der Social Media Moderation, die ihre Probleme mit Verschwörungserzählungen und eskalierenden Konflikten besser in den Griff kriegen und ihre digitalen Räume dauerhaft frei von Hass halten wollen.

 

Jetzt den ersten Teil online nachholen und anschließend den zweiten Teil in Präsenz im April mitmachen!

Wir haben noch drei freie Plätze für Interessierte, die den ersten Teil der Fortbildung verpasst haben. 

Mithilfe eines Online Moduls bringen wir Euch auf den Stand, um gut in den zweiten Teil einsteigen zu können.

Zeitplan:

Online – Modul  – 04.04.2024 16 – 18 Uhr
Grundlagen und Praxis der Chatkommunikation
  1. Digitale Verletzungen und Chats als (un)sichere Räume
  2. Grundlagen der Konfliktkommunikation
  3. Besonderheiten von Chatkultur und virtueller Kommunikation
  4. Chatgruppen als dynamische Systeme
  5. Den Trollen den Raum nehmen – Ansätze der digitale Zivilcourage (LOVE-Storm) und empowernde Moderation (Ziegele/Heimbach)
  6. erster Einstieg in Moderationsstile und -skills
2. Präsenzmodul  – 18.04.-21.04.2024
Moderation, Strukturen & Materialien für sichere und offene Chatgruppen
  1. Chatgruppen planen: Ziele & Moderation in Dorfchat – Klassenchat – Großchat
  2. Moderationsrichtlinien, Netiquetten und andere Tools
  3. Safer Spaces und Awareness in Chats und Trainingsräumen.
  4. Auswertung der Praxisaufgaben – kollegiales Feedback und Beratung
  5. Konfliktmoderation in Chatgruppen
  6. Vernetzung und Absprachen zur möglichen Weiterarbeit mit LOVE-Storm
Dieses Modul findet statt im Tagunshaus der Kurve Wustrow.
Ergänzende Online-Module / Webinar Reihe

Im Laufe des Jahres bieten wir zusätzlich eine Reihe von zweistündigen Webinaren zu tiefergehenden oder spezielleren Themen im Bereich Chatmoderation und -Training an.
Die Termine und Infos dazu kommen direkt an die Teilnehmenden.

Das Team

Bild von Cora Bieß

Cora Bieß ist Referentin im Projekt „Friedensarbeit verändern: rassismus- und machtkritisches Denken und Handeln in der Zivilen Konfliktbearbeitung” bei der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung. Zudem arbeitet sie als Redakteurin für das Kinderportal Frieden-Fragen.de und ist seit 2019 bei Berghof Foundation tätig.  Sie promoviert am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt über Konfliktsensibilität und Zivilcourage in der Onlinekommunikation. Von 2020-2023 war Cora wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) und forschte dort zu Sicherheitsgefährdungen in der digitalen Welt, Deepfakes und Kinderrechte in der Onlinekommunikation.

Fotovon Björn Kunter

Björn Kunter engagiert sich seit den neunziger Jahren als Trainer für Zivilcourage und gewaltfreie Bewegungen weltweit. Unter anderem entwickelte er das Konzept der “Aktiv gegen Rechts”-Großtrainings und förderte als Geschäftsführer des Bund für Soziale Verteidigung (2005-2013) die Verbreitung des No Blame Approach gegen Mobbing. 2017 gründete der Diplompädagoge LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz. 

Arbeitsweise

Methodisch arbeiten wir sowohl mit theoretischen Inputs, Übungen, sowie online und offline-Rollenspielen. Wir laden sowohl zur Selbstreflexion als auch zur gegenseitige Beratung in Kleingruppen ein. Dazu setzen wir an Situationen und Erfahrungen aus dem Alltag der Teilnehmenden an und stellen Fälle aus der eigenen Praxis vor. Erfahrene Referent*innen ergänzen bei Spezialfragen das Seminarteam und ermöglichen so eine intensive Weiterbildung.

 

Organisatorischer Rahmen

 

Teilnahmegebühren:

Aufgrund der Förderung durch das Programm “Demokratie leben!” des Bundesjugendministeriums können wir die Pilotfortbildung zu sehr günstigen Bedingungen anbieten. Die Gebühren (inklusive Unterkunft und Verpflegung) betragen:

  • 345 Euro für Organisationen & Teilnehmende mit einem Nettoeinkommen über 2000 Euro/Monat.
  • 310 Euro für berufstätige Teilnehmende unter 2000 Euro Nettoeinkommen.
  • 210 Euro für Studierende und Arbeitslose.
Leistungen:

In der Teilnahmegebühr sind enthalten:

  • Training (Pflichtteil: 34 Unterrichtsstunden – optionale Webinare: 10 Unterrichtsstunden)
  • Trainingsmaterialien,
  • Unterkunft im Doppelzimmer
  • Vollverpflegung & Seminargetränke.

Die Kosten der Anreise müssen selbst getragen werden. Wir helfen gerne bei der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten.

Jetzt Anmelden:

Aufgrund der hohen Förderung der Pilotfortbildung sind wir verpflichtet, eine Auswahl der Teilnehmenden vorzunehmen. Bitte schicken Sie uns daher ein (sehr) kurzes Motivationsschreiben (10-20 Zeilen), warum sie an der Fortbildung interessiert sind und in welchem Rahmen sie die gewonnenen Fähigkeiten anwenden wollen.

 

Die berufliche Fortbildung “Hass im Netz stoppen – Konflikte in Chats moderieren” ist Teil des Projekts Democracy Chats.

Das Bild bezeichnet eine Förderung. Man liest: Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen das Bundesprogrammes "Demokratie leben!"