Umgang mit Stress und Selbstschutz bei Hass im Netz

3.1 Auswirkungen von Hass auf die Angegriffenen

Hate-Speech hat auf die Betroffenen erhebliche negative Auswirkungen, die nicht schwächer sind als bei Angriffen in der analogen Welt. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Ausprägungen beschrieben. Im Anschluss werden einige Ansätze und Übungen vorgestellt, um entstehende Belastungen zu bewältigen.

Angesichts von hasserfüllten Angriffen aus dem Netz kommt es bei den Angegriffenen zu Gefühlen von Scham, Angst, Wut und Hilflosigkeit. Hasskommentare untergraben bei den Betroffenen alle vier existierenden psychischen Grundbedürfnisse (die vier Säulen in Kapitel 2.3).

30 Prozent der Betroffenen von Online-Hass zögern, das Problem anzusprechen, einerseits aus Scham, anderseits aber auch weil sie erwarten, wenig oder gar keine Unterstützung zu erhalten. Länger anhaltende massive Angriffe, bei denen die Betroffenen keine Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen, können gravierende Folgen haben: psychische Erkrankungen, Suchtverhalten, Arbeitsausfälle, dauerhafte Reduktion der Lebensqualität und Persönlichkeitsveränderungen. Daher sollte der Stress und die Belastung, die aus der Konfrontation mit Online-Hass entsteht, unbedingt ernst genommen werden. In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist die Belastung jedoch nicht so hoch und kann durch ein paar grundlegende Schutzmaßnahmen und -techniken bewältigt werden. Diese werden im Folgenden vorgestellt.