Moderate No Hate!


Moderate No Hate – gefördertes Projekt, stärkt ehrenamtlich Moderator*innen

Mit Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat LOVE-Storm das Projekt Moderate No Hate gestartet. Mit zwei neu entwickelten Trainingsmodulen und Begleitmaterialien richten wir uns gezielt an ehrenamtliche Moderator*innen und Mitglieder von Messengergruppen, um diese bei Konflikten zu stärken.

LOVE-Storm geht Hass- und Verschwörungsmythen in Messengergruppen an.

Gruppen in Sozialen Medien sind eine wunderbare Erfindung. Sei es auf facebook, in WhatsApp oder Telegram. Hier finden sich Leute einfach zusammen, um sich auszutauschen, Sachen zu organisieren oder einfach in Kontakt zu bleiben. Untereinander zu sein ist praktisch und schön.

Doch die kleine heile Welt der Gruppen wird immer häufiger gestört. Für digitale Gewalt, persönliche Angriffe und die Verbreitung von Hass und Falschnachrichten bieten Messenger und Gruppen ein ideales Medium, das sich zudem staatlicher Gegenmaßnahmen weitgehend entziehen kann. WhatsApp etwa hat die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch eingeführt, um so keine Verantwortung mehr für möglicherweise strafrechtliche Inhalte zu tragen.

Der Stammtisch findet heute vorwiegend in Messengerdiensten und Gruppen statt. Schon 2018 wurden in Indien 30 Morde auf über WhatsApp verbreitete Gerüchte zurückgeführt. In Deutschland ist 2020 vor allem telegram als Medium der Radikalisierung in den Blick geraten.

Doch es muss nicht gleich Mord und Terror sein. Das bei Lehrer*innen mit Abstand beliebteste Rollenspiel-Szenario für den LOVE-Storm Online Trainingsraum heißt nicht zufällig: „Mobbing im Klassenchat“. Denn gerade die Dynamik digitaler Gruppen hat es in sich. Gerade weil Gruppenmitglieder sich ungern wehtun und andere Mitglieder kritisieren wollen, entsteht schnell der Eindruck Aggression und Empörung würden von allen Gruppenmitgliedern geteilt und mitgetragen. Das „Schweigen der Anderen“, macht aus dem Angriff Einzelner erst die scheinbare Front der sich Cyber-Mobbing Opfer oft so hilflos gegenüber sehen.

Trainings in zwei Modulen

Im Modul Konfliktmoderation trainieren wir Moderator*innen und Mitglieder einer Gruppe dabei, wie sie Beschimpfungen und Verstimmungen innerhalb ihrer Gruppe konstruktiv angehen können. Wir zeigen typische Gruppendynamiken auf und erarbeiten mit den Teilnehmenden Argumentationsstrategien, um Konflikte zu deeskalieren und wertschätzender miteinander umzugehen.

Im Modul Verschwörungsmythen und Empörungsdynamiken stoppen, entwickeln wir Strategien, wie Gruppen konstruktiv auf mögliche Falschnachrichten und damit verbundene Krisen in der Gruppe reagieren können. Wie können wir als Gruppe Falschnachrichten erkennen? Wie können wir unsere mit solchen Nachrichten verbundenen unterschiedlichen Bedürfnisse und Ängste thematisieren und gegenseitig anerkennen? Neben der argumentativen Krisenintervention werden daher auch Möglichkeiten der Prävention angesprochen.

Neben den Trainingsmodulen, die interessierte Gruppen ab sofort buchen können, veranstaltet(e) LOVE-Storm im November und Dezember eine Reihe von Online-Fachgesprächen mit verschiedenen Expert*innen. Die aktuellen Veranstaltungen und Aufzeichnungen der Gespräche sowie eine Reihe von Tipps für Gruppen finden Sie auf love-storm.de und natürlich auf unseren youtube, facebook– und instagram Seiten.

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