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Was ist LOVE-Storm?

LOVE-Storm Projektbeschreibung

Hass im Netz bedroht die Demokratie und die freie Meinungsäußerung. Massiv wie noch nie werden Menschen, die sich im Internet engagieren, beschimpft, beleidigt und erniedrigt. Es geht den Angreifer*innen darum, ungewollte Meinungen und Menschen aus dem Netz zu verbannen und zu viele Angegriffene verstummen. Zuschauer*innen schrecken ebenfalls vor der Gewalt zurück oder übernehmen sogar den scheinbaren „Volkswillen“.

Aber in den Neunziger- und Zweitausenderjahren hat es die Zivilgesellschaft bereits zweimal geschafft, rechtsradikale Hassbewegungen aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Hunderttausende Menschen haben Zivilcourage trainierten und dadurch den öffentlichen Raum gemeinsam zurückerobert. Auch heute gibt es wieder zigtausende Menschen, die sich gegen Hass und Erniedrigung wehren und das Internet als Raum der freien Rede verteidigen wollen. Der Bund für Soziale Verteidigung e.V. hat damals eine wichtige Rolle gespielt, um Zivilcourage-Trainings zu verbreiten und überträgt mit LOVE-Storm diese Konzepte nun auf das Internet.

Bewährte Prinzipien von Trainings, Telefonketten und Nachbarschaftsorganisation werden an den digitalen Raum angepasst. Deshalb bietet die LOVE-Storm Trainings- und Aktionsplattform

  • eine Bildungsplattform für Online-Trainings,

  • ein Melde- und Alarmsystem, um Hassvorfälle schon in der Entstehung zu bekämpfen,

  • einer Aktionsplattform, auf der kleine Teams ihre Arbeit koordinieren können,

  • eine lebendige Community, in der sich Menschen langfristig engagieren, ihre Fähigkeiten ausbauen, auf sich aufpassen und sich gegenseitig unterstützen sowie neue Initiativen gegen den Hass entwickeln können.

Zieldimensionen

LOVE-Storm soll auf allen Ebenen der Plattform drei Zieldimensionen erreichen:

  1. Angegriffene stärken und unterstützen,

  2. ein öffentliches Zeichen gegen den Hass setzen und Zuschauer*innen animieren, selbst aktiv zu werden,

  3. Angreifer*innen gewaltfrei Grenzen setzen und, wenn möglich, zum Dialog einladen

Die Hinwendung zu den Angegriffenen und der Fokus auf deren Schutz im Netz ist ein Alleinstellungsmerkmal und wird in allen Teilen der Plattform implementiert.

Nach jeder Aktion bewerten die Aktiven ihren Erfolg auf diesen drei Zielebenen und tragen ihre Erfahrungen, Erkenntnisse und Beobachtungen in die Community. So wird LOVE-Storm eine ständig lernende und wachsende Struktur unterschiedlicher Menschen, Gruppen und Communities.

Seit September 2017 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend “LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz” im Bundeprogramm „Demokratie Leben!“. Aktion Mensch fördert das Teilprojekt „100e Multiplikator*innen“, das LOVE-Storm für Menschen in der Bildungsarbeit zugänglich macht. 

LOVE-Storm Aktionskonsens

Alle LOVE-Storm Nutzer*innen befolgen die Prinzipien des Aktionskonsens:

1. Ziel und Grundlage unseres Handels sind Menschenfreundlichkeit und der Schutz der Menschenrechte, insbesondere auch der Meinungsfreiheit.

2. „Hass im Netz“ ist Gewalt. Hass wirkt auf drei Ebenen. Erstens lösen Hassangriffe bei vielen Betroffenen erhebliches Leid und Angst aus. Zweitens verbieten sie den Angegriffenen das Wort und zu viele Betroffene verstummen und ziehen sich zurück. Drittens sind Erniedrigungen und Hetze zu oft ein Einstieg für weitere Gewalttaten bis hin zu körperlichen Angriffen und Anschlägen.

3. LOVE-Storm setzt auf Gewaltfreiheit. Hart und beharrlich in der Sache, bekämpfen wir menschenfeindliche Handlungen, aber nicht die handelnden Personen.

4. Ziel von LOVE-Storm Aktionen ist es, Hass zu stoppen. Wir können und wollen weder klären, wer wie viel Schuld hat, noch die tieferliegenden Konflikte bearbeiten, allenfalls eine Grundlage dafür legen, dass Gespräche, Dialog und Aussöhnung wieder denkbar werden.

5. Um Hass zu stoppen, richten wir uns nicht vorrangig an die Angreifer*innen, sondern immer an alle drei beteiligten Zielgruppen. In jeder LOVE-Storm Aktion wollen wir:
1.) Angegriffene stärken und schützen
2.) Zuschauende überzeugen und aktivieren
3.) Angreifer*innen Grenzen setzen und so Dialog wieder denkbar machen.
Hieraus ergeben sich unterschiedliche Strategien und Ziele für alle Zielgruppen.

Angegriffene

6. Angegriffenen begegnen wir mit Wertschätzung für ihre Person und stärken ihre im Hassangriff in Frage gestellte Menschenwürde und Wertgefühle.

7. Wir schützen, ohne zu entmündigen, indem wir die Angegriffenen nicht auf ihre Opferrolle reduzieren, sondern sie in die Lage versetzen, sich selbst zu verteidigen.

Zuschauende

8. Wir zeigen den Zuschauer*innen, wie sie Hassangriffen effektiv begegnen können. Indem wir sie ermutigen, sich schon während der LOVE-Storm Aktion einzumischen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch in Zukunft nicht wegschauen, sondern selbst eingreifen.

9. Wir wollen die Zuschauenden für Menschenfreundlichkeit gewinnen, indem wir ihnen konstruktive Haltungen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und Vorwürfe vermeiden.

Angreifer*innen

10. Im Rahmen einmaliger, kurzer LOVE-Storm Aktionen können wir nicht erwarten Angreifer*innen überzeugen zu können. Aber wir können klare Grenzen setzen und zeigen, dass sie für Hass keine Zustimmung sondern Widerspruch erhalten.

11. Dabei achten wir die Person der Angreifenden und ihre Menschenwürde und konzentrieren unsere Kritik auf ihr menschenfeindliches Handeln.

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