Spieletest: „rebelcatz“


Auf die Pfoten, fertig, los!

Wer kennt es nicht: Du hast ein paar Minuten Zeit, holst dein Handy aus der Hosentasche und scrollst durch die Timeline deiner Lieblingsapp. Bei einem interessanten Post möchtest du wissen, was andere dazu sagen und klickst dich in die Kommentarspalte. Doch plötzlich – Schock! Überall siehst du nur hasserfüllte Kommentare voller Menschenverachtung, Desinformation und Hetze. Du fragst dich, warum kein Mensch etwas dagegen tut. Plötzlich wird dir klar, dass jetzt dein Moment gekommen ist. Du schüttelst Schock, Ängste und Wut ab und fängst an, dich dem Hass entgegenzustellen.

Was klingt wie eine moderne Superheld*innen-Erzählung, beschreibt den Alltag in den Sozialen Netzwerken. Offen bleibt jedoch immer die Frage, ob sich Nutzer*innen trauen, den Hass im Netz aktiv zu bekämpfen. Doch Mut kann erlernt werden! Mit dem Serious Game „rebelcatz“ der Berliner Denkfabrik iRights.Lab kann bald jede*r trainieren, ein*e Online-Held*in zu sein. Und das macht mehr Spaß (und süchtig), als es jetzt vielleicht klingt. Das Spiel ist einfach aufgebaut. Du bist rebelcat – Miau! Leider ist auch das „catnet“ nicht frei von Hass und Hetze. Weil dir das gegen die Fellrichtung geht, beschließt du ein*e Counterspeaker*in zu werden. Und schon bist du mitten im Kampf um die Macht über die Kommentarspalten und Pfoten…ups, Foren!

 

Kurzer Gameplay-Überblick

Im Spiel geht es zusammengefasst nur um eins: Wer überlebt länger?! Wie jede*r weiß, hat eine Katze 7 Leben und als rebelcat nutzt du jedes dafür, das Internet ein bisschen freundlicher zu machen. Dafür setzt du auf Aktionen und Modifikatoren, welche die Hassrede deines Gegenüber schwächen und ihm/ihr somit die Kräfte zum Haten rauben. Zum Glück bist du nicht allein im World Wide Catnet – mit bestimmten Aktionen vergrößerst du deine Crew, die dir immer den Katzenbuckel stärkt und deine Gegenrede noch wirksamer werden lässt. Auch Selfcare ist ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung eines/einer Online-Held*in, denn ohne Kraft kein Saft. Was genau hinter Aktionen wie „Gegennarrative entwickeln“, „Tabubrüche wiederholen“ oder „Community aktivieren“ etc. steckt, findest du per Klick auf die jeweilige Sprechblase heraus.

Fazit

Besonders katztastisch finden wir, dass das Spiel aufklärt und das Problem Hatespeech sichtbar macht, ohne pädagogische Vorträge zu halten. Für junge wie ältere Menschen ist das Game deshalb einfach ein super Zeitvertreib mit einem intelligenten Nebeneffekt! Natürlich wird man durch „rebelcatz“ nicht zum/zur Gegenrede-Expert*in. Aber im schicken Retro-Design macht das Spiel Lust, sich mehr mit der Thematik zu beschäftigen und ermöglicht erste Erfolgsgefühle im Kampf gegen Hatespeech. Praktisch: Weiterführende Informationen und Beratungsstellen zum Thema finden sich direkt auf der Startseite unter „Infos“ verlinkt!

Klingt klasse? Ist es auch. Wir jedenfalls haben schon mehrere Stunden als rebelcat auf der Couch verbracht und freuen uns auf das Release dieses spaßigen und genial simplen Aufklärungsangebots.

Fotos: rebelcatz, iRights.Lab